Wir von der Bergkäserei Seelisberg sind besonders stolz auf unsere Milchproduzenten aus der Region, die uns kurze Transportwege ermöglichen, beste Kuhmilch liefern und uns über mehrere Jahre und Jahrzehnte hinweg loyal sind. Einer von ihnen ist Franz – unser Nachbar.
In Seelisberg gibt’s viel Schönes zu sehen – die Berge, den See, die Aussicht und die Kühe von Franz. Warum seine Kühe so besonders schön sind und welche spezielle Beziehung unser Milchlieferant Franz zur Bergkäserei Aschwanden hat, lesen Sie in unserem neusten Beitrag aus der Serie «die urchigsten Bauern, schönsten Kühe und der beste Käse».
Vom Schächental nach Seelisberg
Als Jüngster von neun Geschwistern ist Franz Arnold auf dem Bauernhof seiner Eltern in Spiringen im Kanton Uri aufgewachsen. Spiringen liegt auf rund 1'000 m.ü.M. im Schächental – wo sich Fuchs und Hase noch «Gute Nacht» sagen. Spiringen ist übrigens auch der Ursprungsort des Familiennamens Arnold, welcher im Kanton Uri nach Gisler das am zweithäufigsten verbreitete Geschlecht ist.
So schön idyllisch es in Spiringen auch ist, für Franz war schon früh klar, dass es für ihn noch viel anderes ausserhalb des Schächentals zu entdecken gibt. Es war für Franz also auch kein Problem, für seine Lehrstelle zum Milchtechnologen den Weg nach Seelisberg auf sich zu nehmen – auch wenn dieser alles andere als bequem war.
Wer sich im Kanton Uri etwas auskennt, weiss, dass die Verkehrsverbindungen zwischen Spiringen und Seelisberg für einen Lehrling nicht gerade optimal sind. Die Optionen sind rar: mit dem Auto über die Autobahn oder zu Fuss. Da Franz mit seinem Roller nicht auf der Autobahn zugelassen war, blieb ihm nichts anderes übrig, als einen Teil seines Arbeitsweges zu Fuss zu bestreiten. So fuhr er von Spiringen mit dem Roller nach Bauen, wo er einen 30-minütigen Marsch vor sich hatte, bevor er dann mit dem Töffli das letzte Stück bis zur Bergkäserei hinter sich brachte. Eine wirklich umständliche Reise. Umso besser also, dass er vorübergehend eines unserer Zimmer bewohnen konnte.
Seine Zweitlehre als Landwirt hat Franz dann übrigens im Kanton Luzern absolviert. Heute lebt er mit seiner Familie in Seelisberg – in unmittelbarer Nähe der Bergkäserei Aschwanden.

In guter Nachbarschaft
Die Bergkäserei Aschwanden und Franz verbindet so einiges: die Lehrzeit, die Milch und die gute Nachbarschaft.

2010 bis 2013 war Franz Lehrling bei der Bergkäserei Aschwanden und liess sich von unserem Hans (Inhaber der Bergkäserei Aschwanden) zum Milchtechnologen ausbilden. Heute liefern seine Kühe die kostbare Milch für unseren Käse. Und das nur wenige Schritte von unserer Bergkäserei entfernt. Der Bauernhof, den Franz gepachtet hat, liegt direkt unterhalb der Bergkäserei Aschwanden – ein Katzensprung. Der kürzeste Transportweg, den wir uns nur wünschen können.
Aber wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass ein Schächentaler einen Bauernbetrieb in Seelisberg pachtet?
Die Freundschaft zum Nachbarsbauern
Bereits während der Lehrzeit in der Bergkäserei Aschwanden hatte Franz eine besondere Beziehung zu unserem «Nachbuir» Berhard Truttmann. In der Lehrzeit wohnte er gar zwischenzeitlich in einem Zimmer auf dem Bauernhof des Nachbars, als bei uns Aschwandens kein freies zur Verfügung stand. Und auch die Feierabende verbrachte Franz regelmässig auf dem Bauernhof nebenan – zum Mithelfen oder «Käffele». Daraus entstand eine enge Freundschaft zur Familie Truttmann.
Mitanpacken: auf der Alp und in Not
Nach seiner Landwirtlehre zog es Franz im Sommer 2016 aushilfsweise auf die Musenalp im Isenthal. In den Sommermonaten weiden dort oben Kühe und Geissen, deren Milch zu Alpkäse verarbeitet wird. Franz unterstützte einen befreundeten Älpler bei der täglich anfallenden Arbeit. Pläne für nach dem Alpabzug hatte Franz damals noch keine.
Im September 2016 erlitt Bernhard Truttmann einen tödlichen Herzinfarkt. Da der Alpsommer vorüber war, bot Franz der Familie Truttmann seine Hilfe an und wurde als Mitarbeiter eingestellt. Das eine führte zum anderen und in der Zwischenzeit hat Franz den Hof gepachtet. Hier kümmert sich Franz um rund 18 Milchkühe und 12 Rinder.

Franz hat «bsunders schöni» Tier(e)
Franz betreibt Viehzucht aus Leidenschaft. Das lässt sich auch sehen. Seine Tiere sind stets sehr gepflegt und dadurch ganz besonders schön. Er legt sehr viel Wert darauf, dass es seinen Tieren gut geht und sie stets die beste Pflege erhalten – nicht nur aus ästhetischen Gründen, sondern aus Respekt vor dem und der Liebe zum Tier –, das sei schliesslich seine Arbeit. Darum pflegt und hegt er seine Tiere wie ein teurer Ferrari – und das nicht nur sonntags.
Das hat er auch schon mehrmals an der Urner Kantonalen Grossviehausstellung in Altdorf bewiesen, wo er sowohl 2018 als auch 2019 Kränze für seine Stiere «Suro» und «Okto» entgegennehmen durfte.
Sie wundern sich jetzt vielleicht über die speziellen Namen. Die Namenswahl für die beiden Tiere lag nicht bei Franz. Die Stiere trugen ihre Namen bereits, als Franz ihre Pflege übernahm. Aber wissen Sie eigentlich, wie Kälber zu ihren Namen kommen? «Das ist unterschiedlich. In der Regel wird der erste Buchstabe vom Namen des Mutter- oder Vatertiers übernommen», erklärt Franz. Für ihn hat es sich bewährt, jeweils den ersten Buchstaben vom Namen des Vaters zu verwenden, so wisse er stets, wer der Vater des Jungtieres ist. «Wer die Mutter ist, ist für mich hingegen immer klar», erklärt Franz.

In die neue Heimat integriert
In Seelisberg fühlt sich Franz wohl – gemeinsam mit seiner Frau Karin aus Appenzell und den beiden Kindern Mario und Olivia. Er ist integriert und seit Neustem auch im Vorstand der Bergmilchproduzenten Seelisberg, wo er dafür sorgen wird, dass die Bergkäserei Aschwanden weiterhin anständige Milchpreise bezahlt. ;-)
Franz ist weltoffen, liberal, kommunikativ und offen für neue Ideen. Was Hans an ihm besonders schätzt: «Er ist ein guter Diskussionspartner. Mit ihm kann ich gut über die Agrarpolitik diskutieren.»

Käse und Kühe
Viehzucht und Käse bereiten Franz ganz besonders grosse Freude, deshalb wird er ab Februar 2021 wieder stundenweise in der Bergkäserei aushelfen. Das freut uns ganz besonders.
Wenn Sie also in Zukunft in ein «chischtiges» Stück Seelisberger Bergkäse beissen, dann denken Sie vielleicht einen kurzen Moment an Franz Arnold, seine schönen Tiere, die gute Kuhmilch und seine Freude an der Käseherstellung. Franz wünscht «En Guete!».
Uf Wyderluege,
Ihre Bergkäserei Aschwanden