«Das Leben ist eine Bergwiese, voll von schönen Blumen und von Kuhfladen. Glück oder Unglück ist nur die Frage, was man mehr anschaut», sagte einst Philip Rosenthal (dt. Unternehmer u. Politiker, 1916-2001). Wir Aschwandens kontern: «Bergwiesen sind ein wichtiger Teil des Lebens für Tier und Mensch – mit Blüemli und Kuhfladen.» Warum Bergwiesen bei uns solche Hochgefühle auslösen und was sie mit unserem Käse zu tun haben, lesen Sie in unserem neusten Blogartikel.
Eines der Geheimnisse, die dazu beitragen, dass unser «Bergchäs» ganz besonders würzig ist, sind die Bergwiesen in und um den Seelisberg. Sie sind die Nahrungsquelle der Kühe, die uns die besonders gute Rohmilch liefern. Und womit Kühe gefüttert werden, wirkt sich direkt auf die Qualität und den Geschmack der Rohmilch aus. Weil wir Aschwandens Rohmilchkäse produzieren, ist es für uns besonders wichtig, dass die Milch für unseren Käse von Kühen kommt, die mit nährstoffreichem Futter verpflegt werden. Und genau diese wertvollen Nährstoffe finden sich in den Bergwiesen.
In den Sommermonaten …
lässt es sich entspannt an der frischen Luft auf der Wiese liegen, wenn die wärmenden Sonnenstrahlen die Nase kitzeln. Auch unsere fleissigsten Mitarbeiterinnen – die Milchkühe – verbringen im Sommer die meiste Zeit draussen. Genau genommen auf den Bergwiesen in und um den Seelisberg. In einem Paradies aus Gräsern, Kräutern und Blüemli geniessen die Kühe die Sommermonate, das Futter immer direkt vor der Nase – frisch, nährstoffhaltig und aus der Natur. Die Kraft der Bergwiesen fliesst somit direkt in die Milch und unseren Käse.
Bergwiesen vs. Magerwiesen
Sie fragen sich vielleicht, weshalb wir so viel Wert darauf legen, dass es sich um Bergwiesen handelt, die als Nahrungsquelle für unsere Kühe dienen. Es gibt einen ganz einfachen Grund dafür: die Pflanzenvielfalt.
Bergwiesen sind mehr als nur ein paar Gräser, die im Wind hin- und herschaukeln. Sie sind vielfältig und beherbergen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Zwischen 30 und 50 verschiedene Pflanzenarten gedeihen auf einer Bergwiese – Blüemli und Kräuter, die besondere Nährstoffe liefern. Deshalb fühlen sich hier auch viele Insekten wie Grillen, Bienen, «Heugümper», Spinnen und Käfer besonders wohl.
Magerwiesen sind landwirtschaftlich gesehen etwas weniger wertvoll, aber aus ökologischer Sicht dafür umso attraktiv. Diese urtümlichen Naturwiesen weisen eine noch grössere Biodiversität auf. Sie sind leichter und vitaler als die Bergwiesen, aber nicht ganz so nahrhaft. Magerwiesen werden meist nicht gedüngt, vielleicht einmal im Jahr gemährt und wachsen deshalb auf nährstoffarmen Böden. Dadurch liefern sie weniger Energie als die Bergwiesen und sind deshalb nicht so ideal als Hauptnahrungsmittel für die Kühe. Im Kanton Uri legt man viel Wert auf den Erhalt von Magerwiesen und investiert deshalb jährlich in die deren Fortbestand.
Wiesen mit einer geringen Anzahl an Blüemli und Kräutern, die häufig in der Landwirtschaft eingesetzt werden, sind Kunstwiesen. Sie sind hocheffizient, nähren gut, werden aber mit der Zeit auch etwas langweilig – wie «Pommes Frites» halt.
Bergwiesen hingegen sind deutlich vielfältiger und liefern deshalb vielen Vitaminen und anderen wichtigen Nährstoffen – wie zum Beispiel Omega-3-Fettsäuren und Eiweiss.
«Gsund und guät» für Mensch und Tier
Omega-3-Fettsäuren sind für Menschen lebensnotwendig, können aber vom menschlichen Körper nicht selber produziert werden und müssen somit über die Nahrung aufgenommen werden. Fisch zum Beispiel ist ein wertvoller Omega-3-Lieferant oder eben auch Rohmilch von Kühen, die auf Bergwiesen weiden. Bei Milchprodukten von Kühen, die mit Futtermittel und Mais gefüttert werden, ist der Omega-3 Gehalt in der Milch deutlich tiefer. Wer also fischfrei Omega 3 tanken möchte, muss sich nicht direkt selber über die Bergwiesen hermachen, sondern geniesst zum Beispiel Milch oder Käse von Heumilch-Kühen. Ran an den Käse oder die Milch, denn Omega-3-Fettsäuren sind gut für das Herz und den Kreislauf, für das Wachstum von Kindern, senken den Blutdruck und wirken entzündungshemmend.
Gras und Heu sind auch eine wertvolle Eiweissquelle und Eiweiss trägt zur gesunden Entwicklung und zum Wachstum von Menschen und Säugetieren bei. Mit dem Konsum von hochwertiger Heumilch – in flüssiger Form oder als Käse – können wir Menschen also zur Deckung unseres natürlichen Bedarfs an Eiweiss beitragen.
Frisches Gras ist ausserdem ein ausgezeichneter Vitamin-E-Lieferant, der die Muskulatur und Nervensysteme von Tieren stärkt, zur allgemeinen Gesundheit beiträgt und die Milch und das Fleisch auf natürliche Weise frisch hält.
In den Wintermonaten …
wenn die Wiesen im Winter unter einer dicken Schneeschicht liegen, fliegen unsere Kühe nicht etwa in den Süden oder verkriechen sich für den Winterschlaf, sondern verharren im Stall, bis wieder die ersten Schneeglöckchen aus der Erde kommen. Und was steht während der Wintermonate auf dem Menüplan?
Das Gleiche wie im Sommer. Damit die Kühe im Winter nicht auf die guten Nährstoffe und wir auf die wertvolle Rohmilch verzichten müssen, bleibt die Futterquelle ganzjährig dieselbe: die Bergwiese. Im Sommer frisch ab der Wiese und im Winter sonnengetrocknet – in Form von Heu. Deshalb wird im Sommer fleissig gemäht, damit die Kühe im Winter bestes Gras von unseren Bergwiesen geniessen können.
Im Sommer wird «g’heuet»
Die Heuwirtschaft mit sonnengetrocknetem Heu ist arbeits- und zeitaufwändig. Deshalb wird im Sommer häufig die gesamte Familie zum Heuen eingespannt. Der Technologisierung sei Dank, dass die Heuet nicht mehr nur von Hand mit Sense und Heuwender und ganzem Körpereinsatz erledigt werden muss, sondern Maschinen die Arbeit etwas erleichtern. Das geschnittene Gras wird für zwei bis drei Tage an der Sonne getrocknet, anschliessend eingesammelt und eingelagert.
Viel einfacher wäre es, die Kühe im Winter mit Kraftfutter oder im Silo konserviertem Gras zu füttern. Das ist aber für unsere Bauern keine Option, bei ihnen kommt nur das beste Heu in den Futtertrog – aus Liebe zu den Tieren und der Natur.
Mit Steigeisen und Mähmaschine
Damit es genügend sonnengetrocknetes Heu für im Winter gibt, sich die Pflanzen- und Tiervielfalt weiter entwickeln kann und aus Lawinenschutzgründen nehmen die Bauern vom Seelisberg eine ziemlich waghalsige Herausforderung auf sich – das Planggen-Heuen. Planggen steht für eine beinahe vertikale Wiese, die zu steil ist, dass Kühe darauf weiden könnten.
Im Sommer bei heissen Temperaturen begeben sie sich die Bauern vom Seelisberg in ein ebensolch steiles Gelände im Gruebenzingel zwischen Seeli und Niederbauen. Die Aussicht auf Seelisberg, den grossen und kleinen Mythen und den See ist zwar traumhaft, die Arbeit an diesem Hang aber nicht ganz ungefährlich. Denn die Bergwiese auf diesem abgelegenen Gelände erstreckt sich fast senkrecht bis zum Wald empor.
Aber auch hier wird fleissig gemäht. Es ist eine schweisstreibende Arbeit. Mit Steigeisen an den Schuhen erklimmen die Bauern Stück für Stück den steilen Hang und mähen mit ihren motorisierten Handmaschinen die Bergwiese. Für Ungeübte ist schon alleine das Laufen im Hang kompliziert und anstrengend, sodass es schwer vorstellbar ist, wie dieser zu Fuss und mit einer schweren Maschine an der Hand gemäht werden kann. Der Hang ist gar für einen Mähdrescher zu steil. Chapeau, was die Bauern Jahr für Jahr leisten – für die Natur, die Kühe und unseren Käse.
Und was halten die Kühe von den Bergwiesen?
Nicht zuletzt tragen Bergwiesen zur Gesundheit der Kühe bei. Der Auslauf auf der Bergwiese an der frischen Luft wirkt sich positiv auf das Wohl und die Gesundheit der Tiere aus. Wiesen sind schliesslich die natürliche Nahrungsgrundlage von Kühen. Deshalb verstehen wir das genüssliche Herumtollen auf den Wiesen, das entspannte Kuhfladenplatzieren und das ständige Wiederkäuen der Gräser, Kräuter und Blüemli als Zustimmung.
Lust auf Käse ohne Schnickschnack, aus frischer Rohmilch und mit besten Omega-3-Fettsäuren? Na dann, ab ins virtuelle Käserei-Lädeli!
Ihre Bergkäserei Aschwanden