Was ist klein und für seine besonders fett- und eiweisshaltige Milch bekannt? Na, wissen Sie es? In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf den Hof der Generationengemeinschaft Frachigers und lüften das Geheimnis um die gehaltreiche Milch.

Für unseren Käse ist nur die beste Milch gut genug. Deshalb pflegen wir langjährige Beziehungen mit unseren Milchbauern des Vertrauens. In unserer Serie «die urchigsten Bauern, die schönsten Kühe und der beste Käse» besuchen wir gelegentlich einer unserer Milchlieferanten. Diesmal sind wir zu Besuch bei der Generationengemeinschaft Frachigers, wo wir eine besonders fett- und eiweisshaltige Milch beziehen und sichergehen können, dass die Tiere antibiotikafrei behandelt werden.


Familienbetrieb: ein Hof, zwei Generationen

Es ist draussen noch dunkel, wenn Armin Achermann seinen Tag startet. Um 05.15 Uhr ist Tagwache, dann werden die Kühe gemolken, der Laufstall wird ausgemistet und die Fütterung sichergestellt. Den Bauernhof hat Armin Achermann ab 2001 von seinem Vater gepachtet und 2006 gekauft. Seit 2019 ist mit seinem Sohn Dario die nächste Generation der Achermanns im Betrieb eingebunden und der Bauernhof wird als Generationengemeinschaft geführt.

Der 24-jährige Dario Achermann ist vorwiegen abends auf dem Bauernhof anzutreffen. Tagsüber geht er seiner Arbeit als Werkleiter des Recycling Center der Firma Zimmermann in Altdorf nach. Für Armin war es wichtig, dass sein Sohn neben dem Bauernbetrieb weiterhin Geld verdient, damit er sich auch etwas leisten kann. Er selbst arbeitet nebenbei als selbständiger Kundenmaurer. Das funktioniert aber nur, weil bei der Familie Achermann alle mit anpacken: Armins Frau hilft tatkräftig auf dem Hof mit und der jüngste Sohn unterstützt ebenfalls abends und an freien Tagen – zum Beispiel beim Heuen.


Es ist die Leidenschaft, die zählt

Während sich Armin um die Tiere kümmert, ist der gelernte Landwirt Dario für die Maschinen auf dem Hof zuständig. Armin Achermann ist hingegen kein ausgebildeter Bauer, aber wie bereits sein Grossvater gesagt hat: «Wenn man Freude an einem Beruf hat, braucht es keine Schulung.» Gemeint hat er damit, dass in erster Linie die Leidenschaft zählt, um eine gute Arbeit zu leisten und nicht die Ausbildung allein entscheidend ist. Ausserdem gibt es die Möglichkeit themenspezifische Kurse zu besuchen, um so das Wissen über Tier und Landwirtschaft zu erweitern. Diese Möglichkeit nutzt Armin gelegentlich. So hat er beispielsweise einen Kurs absolviert, der ihm hilft, Kuhsignale zu erkennen und zu verstehen. Denn für Armin steht das Wohlergehen seiner Tiere an erster Stelle. Er hat gelernt das Verhalten des Viehs zu beobachten und daraus wichtige Schlüsse über deren Bedürfnisse zu ziehen. So kann er schnell reagieren, wenn eines der Tiere ungewöhnliche Signale aussendet.


Bio-Betrieb ohne Kompromiss

Die Achermanns führen seit 2010 einen Bio-Betrieb. Unser Hans hat damals den Stein ins Rollen gebracht. Für die Herstellung unseres Bio-Käses hatten wir anno dazumal zu wenig Bio-Milch. Deshalb hat Hans bei Armin Achermann angefragt, ob er denn nicht bereit wäre auf einen Bio-Betrieb umzusteigen und die Käserei mit Bio-Rohmilch zu beliefern. Armin Achermann hat es ausprobiert und ist dabei geblieben. Der Wandel zum Bio-Betrieb hat zudem zu einem weiteren wegweisenden Entscheid geführt: Antibiotikafreie Tierhaltung!

Seit 12 Jahre antibiotikafrei

Die Tiere auf dem Hof von Armin und Dario Achermann leben antibiotikafrei. Die Kühe sind laut Armin dadurch robuster geworden und weniger oft krank. Früher waren die Tiere viel anfälliger für Krankheiten, was durch die Medikamentierung je länger je mehr zu einer Antibiotikaresistenz führte und folglich in einem Teufelskreis endete. Das war für Armin keine Option mehr und er hat nach anderen Möglichkeiten zur Behandlung von kranken Kühen gesucht, die er auch gefunden hat. Die homöopathischen und pflanzlichen Alternativen haben Armin Achermann überzeugt und er ist sich sicher, dass es für sein Betrieb die richtige Entscheidung war. Die Jersey Kühe auf dem Hof der Generationengemeinschaft sind da bestimmt gleicher Meinung.

Die antibiotikafreie Tierhaltung wirkt sich zudem positiv auf die Milch- und Fleischqualität aus. Garantiert antibiotikafrei und mit Bio-zertifiziertes Jersey-Fleisch verkauft die Generationengemeinschaft Frachigers übrigens direkt ab Hof.

Die richtige Rasse für den Laufstall

Es war eher Zufall als ein Plan, dass die Generationengemeinschaft Frachigers heute mehrheitlich Jersey Kühe in ihrem Stall hat. Sohn Dario hätte eigentlich gerne weiteres Braunvieh angeschafft – zwei Braunvieh-Kühe sind nach wie vor Teil des Bauernbetriebes. Dieses Anliegen liess sich jedoch nicht optimal mit Darios Wunsch nach einem Laufstall kombinieren.


Da im Laufstall pro Tier eine grössere Fläche vorgeschrieben ist als bei der Anbindehaltung und die Fläche von Grösse und Gewicht abhängig ist, kann insgesamt mehr kleines Vieh gehalten werden als grosses. Da kam die Jersey-Kuh gerade richtig. Hätten Dario und Armin Achermann bei der Umstellung auf den Laufstall auf Brauvieh gesetzt, würden heute weniger Tiere in ihrem Stall stehen, als dies mit den Jersey Kühen der Fall ist.

Das Jersey-Rind: Klein, aber oho

Das Jersey-Rind ist eine kleine, leichtere Viehrasse und hat dadurch einen geringeren Platzbedarf als andere Kühe wie beispielsweise das Braunvieh. Haben Sie schon einmal vom Jersey-Rind gehört? Es stammt ursprünglich von der gleichnamigen britischen Kanalinsel Jersey, wo es Jahrhunderte lang reinrassig gezüchtet wurde. Besonders seine Grösse von bis lediglich 120 cm Widerristhöhe und die gelblich bis hellbraune Fellfarbe machen das Vieh unverkennbar. Die Tiere sind zudem besonders robust und sehr friedlich und ruhig in ihrem Charakter. Was Armin und Dario zusätzlich beeindruckt hat: Das Jersey Vieh kann sich aufgrund seiner Grösse und seinem Gewicht hervorragend in steilen Hängen bewegen und überzeugt gerade in unwegsamen Geländen in den Bergen durch seine gute Trittsicherheit. Ausserdem sehen sie ziemlich süss aus – das können Sie uns glauben.

Die Milch von Jersey-Kühen ist übrigens extra fett- und eiweisshaltig. Damit ist das Geheimnis um die reichhaltigste Milch für unseren Käse gelüftet.

Langjähriger Milchlieferant für unseren Bergkäse


Es ist immer wieder schön zu sehen, dass wir uns auf die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Milchbauern verlassen können und das gegenseitige Produkt begeistert. Das ist auch in der Partnerschaft mit der Generationengemeinschaft Frachigers der Fall. Wir erhalten gute und wertvolle Milch von den Jersey-Kühen und Armin und Dario sind wiederum von unserem Bergkäse überzeugt. Die kooperative Zusammenarbeit, gute Diskussionen und der ehrliche Austausch machen diese Partnerschaft aus.

So, genug erzählt: Sie wollen jetzt bestimmt wissen, wie die Milch von Jersey-Kühen in unserem Käse so schmeckt? Dann sollten Sie schleunigst unser virtuelles Käsereilädeli aufrufen und eine Portion «Bio Rütli Bärgchäs» bestellen.

«Uf Wyderluege»
Ihre Bergkäserei Aschwanden